Soundtrack: Was würde Kurt Cobain zu Instagram sagen?

Nein. Ich gehöre nicht zu jenen, die meinen, früher sei alles besser gewesen. Aber wenn ich mir anschaue, wie sich die Menschheit auf Instagram inszeniert, denke ich: Ein Stück Kurt Cobain würde gerade der jungen Generation verdammt guttun.

Wie sehr plage ich mich mit dieser digitalen Alles-ist-so-schön-Plattform: diese gekünstelten Traumwelten, diese Verherrlichung von Konsum, dieses Ergötzen an Schönheitsidealen, diese oberflächliche Unterhaltung. Was ist das für ein Bild, das da von einer ganzen Generation entsteht? Gibt es da  noch  Reflexion, irgendein Hinterfragen oder Infragestellen von irgendwas?

Nirvana dröhnt aus der Soundmaschine. Laut und rotzig. Widerspenstig und wild. Wider jede Anpassung. Dabei konnte Nirvana-Sänger  Kurt Cobain in den 1990er-Jahren  gar nicht ahnen, wie krass es mit der Konsum- und Inszenierungswut kommen sollte.

Das Unplugged-Album ist vom Feinsten. Weltklasse. Ein gut gelaunter Cobain läuft vor erlesener Zuschauerschar zur Hochform auf. Hymne folgt auf Hymne: ob „Come as you are“, „Where did you sleep last night“ oder „The man who sold the world“.

Leise Anmerkung: Hoffentlich ist sie nicht demnächst ganz an Instagram verkauft…

Hermann Fröschl

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